Mit einer umfangreichen Erneuerung und Erweiterung seiner Ausstattung mit Forschungsgeräten kann das Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS in Halle (Saale) künftig noch besser seine Auftraggeber aus der Mikroelektronik und der optischen Industrie unterstützen. Zum neuen Equipment gehören beispielsweise leistungsstarke Geräte für Drahtbonden, hochwertige Präparationssysteme, ein Nanoprober und Hochtemperaturöfen. Das ermöglicht noch mehr Durchsatz, Präzision und Analysetiefe in der Forschungsarbeit.
Hochleistungselektronik und optische Präzisionssysteme bilden das technologische Rückgrat zentraler Zukunftsbranchen – von der Automobilelektronik und Leistungselektronik über die Halbleiterfertigung bis hin zu optischen Systemen für Metrologie und Lithografie. Die wachsende Komplexität dieser Bauelemente und Materialien stellt die Fehlerdiagnostik und Zuverlässigkeitsbewertung vor immer anspruchsvollere Aufgaben: Defekte im Nanometerbereich, neue Verbindungstechnologien und hochspezialisierte Werkstoffklassen verlangen entsprechend leistungsfähige Analyse- und Prüfmethoden.
Das Fraunhofer IMWS positioniert sich mit seinen Geschäftsfeldern »Werkstoffe und Bauelemente der Elektronik« und »Optische Materialien und Technologien« am Hauptstandort Halle (Saale) als führende Einrichtung für Mikrostrukturdiagnostik und Fehleranalytik in diesen Feldern. Innerhalb der Forschungsfabrik Mikroelektronik Deutschland (FMD) übernimmt das Institut die Rolle des Kompetenzführers für mikrostrukturelle Diagnostik und stärkt damit auch das entstehende Halbleiter-Ökosystem in der Metropolregion Mitteldeutschland.
Durch die Förderung im Rahmen des Projekts »IMDOptE – Innovative Infrastructure for Microstructure Diagnostics in Optics and Electronics« wird eine substanzielle Erweiterung des Leistungsangebots in drei Bereichen möglich:
- Für die Herstellung und Prüfung von Labormustern der Mikro- und Leistungselektronik werden Geräte für Drahtbonden, Löten und Zuverlässigkeitstests beschafft, die vertiefte Untersuchungen zu Verbindungsprozessen und Versagensmechanismen ermöglichen und neue Kooperationsansätze mit regionalen Zulieferern erschließen.
- Im Bereich der hochauflösenden Charakterisierung und Mikrostrukturdiagnostik wird die gesamte Analysekette modernisiert: Hochwertige Präparationssysteme, ein hochauflösendes Digitalmikroskop, eine InGaAs-Kamera für die Elektrolumineszenzanalyse sowie ein Nanoprober für die elektrische In-situ-Charakterisierung erhöhen Durchsatz, Präzision und Analysentiefe und erfüllen die gestiegenen Qualitäts- und Reinheitsanforderungen der Industrie.
- Für die Entwicklung innovativer Glas- und Keramikwerkstoffe – mit Anwendungen in optischen Präzisionsinstrumenten und Lithografiesystemen – werden Hochtemperaturöfen, erweiterte Messtechnik sowie spezialisierte Präparations- und Aufbereitungsgeräte beschafft, die die Ableitung von Struktur-Eigenschafts-Beziehungen und die Übertragung der Erkenntnisse in Produkt- und Prozessinnovationen durch Prototyping ermöglichen.
Durch seine fachlichen Kompetenzen und seine international sichtbare Positionierung stellt das Fraunhofer IMWS damit einen wesentlichen Standortfaktor im Innovationssystem des Landes Sachsen-Anhalt dar – nicht nur zur Unterstützung von FuE-Leistungen regionaler Firmen, sondern auch als Anziehungspunkt für Neuansiedlungen und für den wissenschaftlichen Nachwuchs, nicht zuletzt im entstehenden Halbleiter-Ökosystem der Metropolregion Mitteldeutschland.
(8. Mai 2026)