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Fraunhofer IMWS lädt im Rahmen der 16. Langen Nacht der Wissenschaften ein

Das Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS lädt wissenschaftsbegeisterte, neugierige und interessierte Besucherinnen und Besucher im Rahmen der 16. Langen Nacht der Wissenschaften in Halle (Saale) am 23. Juni 2017 von 17 bis 22 Uhr in die Walter-Hülse-Straße 1 ein.

Aquarium Antifouling Marco Rühl Ausstellung
© Foto Fraunhofer IMWS

Marco Rühl erklärt die Antifouling-Technologie zur Langen Nacht der Wissenschaften.

Mit spannenden Exponaten, Vorträgen und einem abwechslungsreichen Mitmachprogramm werden ausgewählte Forschungsprojekte des Fraunhofer-Instituts am Weinberg Campus präsentiert.

Die Ausstellungsinsel »Ohne Moos viel los« bringt den Besucherinnen und Besuchern die Forschungsarbeit im Bereich Bio-Fouling näher: Liegt ein Schiff vor Anker, wachsen unter Wasser Pocken, Algen und Muscheln daran fest. Der Belag auf dem Schiffslack führt zu mehr Strömungswiderstand und damit zu einem höheren Kraftstoffverbrauch. Besucherinnen und Besucher können entdecken, wie die Forscher des Fraunhofer IMWS für das in der Schifffahrt bekannte Problem ein erfolgreiches Lösungskonzept entwickelt haben.

Das Exponat »Vom Meer ins Trinkglas« erläutert den Prozess der Umkehrosmose, der beispielsweise genutzt wird, um Salzwasser in Trinkwasser zu verwandeln. In vielen Ländern der Erde haben Menschen aufgrund mangelnder Süßwasserquellen keinen Zugang zu sauberem Wasser. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Fraunhofer IMWS zeigen, wie ein Umkehrosmosemodul aufgebaut sein muss und wie seine Lebensdauer verbessert werden kann. Eine weitere Station klärt über »Bauteile aus Bio-Materialien« auf, die etwa in der Automobilindustrie eingesetzt werden: Leistungsfähige Kunststoffe müssen nicht zwangsläufig aus Erdöl hergestellt werden. Im Hinblick auf die Ressourceneffizienz werden immer mehr Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen produziert. Besucherinnen und Besucher können an einer Spritzgießanlage sehen, wie technische Biopolymere hergestellt und wo sie schon heute eingesetzt werden.

Das Fraunhofer-Anwendungszentrum für Anorganische Leuchtstoffe stellt zum Thema »Warum LEDs die Zukunft der Beleuchtung sind« seine Forschungsansätze vor: Leuchtdioden (LEDs) sind die Zukunft der Beleuchtungstechnik, da moderne Hochleistungs-LEDs gegenüber konventionellen Glüh- und Energiesparlampen enorme Vorteile im Hinblick auf Effizienz, Kompaktheit, Lebensdauer und Umweltschutz bieten. Ein Messversuch verdeutlicht Besuchern die bessere Effizienz der modernen Leuchtstofftechnik.

Jeweils um 19 und 20 Uhr hält Prof. Matthias Petzold, Leiter des Centers für Angewandte Mikrostrukturdiagnostik CAM des Fraunhofer IMWS, einen Vortrag zum Thema »Der Chip als Chauffeur«. Dabei geht er auf das autonome Fahren ein, bei dem kein Fahrer mehr für die Steuerung des Fahrzeugs zuständig ist. Das erfordert extrem leistungsfähige und dabei hochzuverlässige Sensor- und Elektroniksysteme. Am CAM werden neue Lösungen entwickelt, um kleinste Defekte zum Beispiel mittels Röntgen, Ultraschall oder elektronenmikroskopischer Analyseverfahren aufzuklären. In dem Vortrag werden aktuelle Trends, ein Einblick in die Zukunft der Automobilität und die damit verbundenen Triebkräfte und zukünftige Konzepte der selbstfahrenden Automobilität vorgestellt.

Von 17 bis 22 Uhr finden im Halbstundentakt Führungen unter dem Motto »Sonnenenergie für marokkanische Fischerdörfer« statt. In Wüstenregionen sind Solarmodule extremen Klimabedingungen wie längerer und intensiverer Sonneneinstrahlung und Sandstaub ausgesetzt. Wie diese die Lebensdauer der Materialien und den Stromertrag beeinträchtigen, erfahren die Besucherinnen und Besucher bei Live-Vorführungen im Wüstenmodul-Technikum des Fraunhofer-Centers für Silizium-Photovoltaik CSP. Die Gäste erfahren alles Wissenswerte über ein neues Projekt mit marokkanischen Forschungspartnern: Der Aufbau einer solargestützten, dezentralen Energieversorgung soll helfen, den erhöhten Strombedarf der Fischfangindustrie an der Atlantikküste Marokkos abzudecken und die Lebensbedingungen der Bewohner in den Fischerdörfern zu verbessern.

Zusätzlich wird zur Langen Nacht der Wissenschaften ein Mitmachprogramm angeboten: Unter dem Motto »Auf den Zahn gefühlt – von Zähnen, Zucker und Zahnputzmaschinen« erklären Wissenschaftler praxisnah, wie sie spannende Lösungen für Fragestellungen der modernen Zahnmedizin entwickeln. Zähne sind ein Wunder der Natur und ein ganz besonderer Werkstoff. Das Fraunhofer IMWS lädt ein, das Material Zahn einmal anders zu betrachten: So wird die Physik des Zähneputzens anhand einer Zahnputzmaschine erklärt, mit einem Lichtmikroskop das feine Schichtsystem des Zahns entdeckt und in Experimenten vorgeführt, wie Verfärbungen an Zähnen entstehen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erklären, welche Fragestellungen es in der modernen Zahnmedizin gibt, und wie sie für Probleme wie Karies, Hypersensibilität oder Zahnprothetik innovative Lösungen entwickeln. Darüber hinaus erhalten die Besucherinnen und Besucher an weiteren Stationen einen Einblick in aktuelle Forschungsthemen in den Bereichen Haut und Haar.

Zusätzlich zum Programm in der Walter-Hülse-Straße zeigt das Fraunhofer IMWS im Biozentrum, Weinbergweg 22, weitere Forschungsarbeiten aus der Fraunhofer-Welt. Die Fraunhofer-Gesellschaft ist seit 25 Jahren in den neuen Bundesländern aktiv, einige der erfolgreichen Projekte werden dort vorgestellt.

Der Besuch zur Langen Nacht der Wissenschaften ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.