Heimische Kohlenstoffträger für eine geschlossene Kohlenstoffkreislaufwirtschaft

6.7.2017

Auf Einladung des Fraunhofer-Instituts für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS und des Polnischen Instituts für chemische Verarbeitung von Kohle IChPW kamen Experten und Spezialisten aus Industrie, Politik und Wissenschaft aus Polen, der Tschechischen Republik und Deutschland am 4. Juli 2017 im polnischen Zabrze zu einem trilateralen Seminar zusammen. Ziel der Veranstaltung war es, Möglichkeiten der nachhaltigen Nutzung von heimischen Kohlevorkommen, insbesondere Braunkohle, und Abfällen in einer geschlossenen Kohlenstoffwirtschaft zu diskutieren.

Trilateral Workshop Zabrze
© TU Bergakademie Freiberg

Die Teilnehmer des Workshops in Zabrze.

Dieser Auftakt zu einem geplant jährlichen, trilateralen Seminar wurde gemeinsam mit dem Institut für Energieverfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen IEC der TU Bergakademie Freiberg, Deutschland organisiert. Im Verlauf des Seminars wurden aktuelle und zukünftige nationale Trends und Entwicklungen für die heimischen Kohlenstoffressourcen und -reserven, deren Einsatz und die Wertschöpfungsketten in jedem Land präsentiert und intensiv diskutiert.

Alle Teilnehmer kamen zu dem einhelligen Schluss, dass die chemische Nutzung von Kohlenstoffressourcen wie Kohle und Abfall mittels Vergasung eine wichtige Möglichkeit für die nachhaltige und zukünftige Nutzung derartiger heimischer Reserven darstellt. Die chemische Nutzung von Kohlenstoffreserven kann zu einer verringerten CO2-Bilanz im Vergleich zu herkömmlichen Verbrennungsverfahren beitragen, mit der Option, große Mengen an Wasserstoff aus erneuerbaren Energien zu speichern und damit den CO2-Fußabdruck sogar zu minimieren.

Im Rahmen des Workshops wurde ebenfalls diskutiert, wie die Co-Vergasung von Kohle und Abfall der Schlüssel für das Schließen des Kohlenstoffkreislaufes sein kann und wie dadurch eine geschlossene Kohlenstoffwirtschaft etabliert werden kann. Weiterhin wurde geschlussfolgert, dass dieses Ansinnen ein vielversprechender Ansatz sei, den Strukturwandel zu unterstützen sowie Arbeitsplätze und den Verbleib von Fachwissen in den Kohlerevieren Europas zu erhalten.

Im Ergebnis des Treffens wurde eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet, welche die Regierungen der beteiligten Länder über die Ergebnisse des Treffens informiert. Zusätzlich wurde der Entwurf einer geplanten Polnisch-Deutschen Machbarkeitsstudie zur nachhaltigen Nutzung von Braunkohle (»Möglichkeiten und Perspektiven eines geschlossenen Kohlenstoffkreislaufes«) ausgearbeitet. Die Durchführung der Machbarkeitsstudie wurde durch die Unterzeichnung einer Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) durch die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Prof. Johanna Wanka, und den Polnischen Minister für Wissenschaft und Hochschulbildung, Dr. Jarosław Gowin, während der Hannover Messe im April 2017 initiiert.

Die Teilnehmer stimmten der Weiterführung dieser trilateralen Diskussionsrunde zu, deren nächstes Seminar 2018 an der Tschechischen Akademie der Wissenschaften in Prag stattfinden wird.