Brennstoffzellen, Computerspeicher, Sprit-Spar-Reifen

9.4.2018

Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Journalismus, PR und Marketing treffen am 16. April in Halle (Saale) beim Fachtag Wissenschaftskommunikation aufeinander. Das Ziel: Sie entwickeln gemeinsam Ideen und Konzepte, wie sich kluge Ideen auf attraktive Weise in die Öffentlichkeit und erfolgreich auf den Markt bringen lassen. Zu den Themen gehören beispielsweise Beiträge zur Energiewende, neue Lösungen aus der Medizin und Innovationen für mehr Nachhaltigkeit aus Sachsen-Anhalt. Anmeldungen sind bis 13. April möglich.

© IMG Sachsen-Anhalt/ Jörg Ullmann, Roquette Klötze GmbH & Co. KG

Aus Algen lassen sich wertvolle Wirkstoffe und Rohstoffe gewinnen – eine von vielen Innovationen aus Sachsen-Anhalt, die beim Fachtag Wissenschaftskommunikation vorgestellt werden. Das Bild zeigt ein 500 Kilometer langes Glasröhrensystem der Roquette Klötze GmbH & Co. KG, in dem hochreine Mikroalgen-Produkte für den Lebensmittelmarkt, für die Futtermittel- und die kosmetische Industrie produziert werden.

»Bei vielen Menschen hält sich hartnäckig die Vorstellung von Wissenschaftlern, die in sprichwörtlichen Elfenbeintürmen fernab der Realität zu lebensfremden Themen forschen. Dieses weit verbreitete Vorurteil zu beseitigen, ist Aufgabe von Wissenschaftskommunikation. Hochschulen und Forschungseinrichtungen müssen heutzutage nicht nur fachlich exzellent sein, sie müssen diese Exzellenz auch erklären können«, sagt Prof. Armin Willingmann, Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt und Schirmherr der Veranstaltung. »Wer Forschungsergebnisse für breite Teile der Bevölkerung verständlich präsentiert, der macht Wissenschaft erlebbar, baut die vermeintlichen Elfenbeintürme ab und erhöht die Akzeptanz von Wissenschaft. Davon profitieren alle.«

Mit Begegnungen, Denkanstößen und innovativen Formaten will der Fachtag Wissenschaftskommunikation dazu einen Beitrag leisten. In einer Podiumsdiskussion beleuchten Experten zu Beginn den aktuellen Stand der Wissenschaftskommunikation in Zeiten von Fake News, Citizen Science und Social Media und widmen sich auch der Frage, wie die Qualität der öffentlichen Debatte über Forschungsthemen verbessert werden kann.

Kern des Programms bilden dann insgesamt sieben »Labs«, in denen die Teilnehmer des Fachtags Wissenschaftskommunikation gemeinsam Ideen entwickeln, wie sich herausragende Innovationen bestmöglich kommunizieren lassen. Die klugen Ideen bringen Preisträger des Hugo-Junkers-Preises des Landes Sachsen-Anhalt ein, jedem dieser Experten aus Wissenschaft oder Industrie steht dabei ein Kommunikations-Profi zur Seite. Die Teilnehmer des Fachtags können sich in das »Lab« einbringen, dessen Thema sie anspricht, am Ende präsentieren sie die entstandenen Ergebnisse. Die drei besten Konzepte, die von allen Teilnehmern gekürt werden, erhalten je ein Ticket für das internationale Wissenschaftsfilmfestival SILBERSALZ vom 28. Juni bis 1. Juli 2018 in Halle und damit die Gelegenheit, mit Medienmachern über die Umsetzung ihres Themas in Form eines Filmes zu beraten.

Zu den vorgestellten Ideen gehören beispielsweise der Einsatz von Brennstoffzellen für Lokomotiven, die Entwicklung künstlichen Fruchtwassers für die Geburtshilfe, energiesparende Reifen oder neue Möglichkeiten, um aus Algen wertvolle Roh- und Wirkstoffe zu gewinnen. Die in den »Labs« beteiligten Kommunikatoren sind namhafte Journalisten, erfahrene Kommunikationstrainer und Vertreter renommierter Wissenschaftseinrichtungen.

Professor Stuart Parkin, Direktor am Max-Planck-Institut für Mikrostrukturphysik Halle (Saale), stellt in einer Abendveranstaltung seine bahnbrechenden Arbeiten zu neuartigen Computerspeichern vor. Am Folgetag besteht für die Teilnehmer des Fachtags Wissenschaftskommunikation die Möglichkeit, im Rahmen einer Recherchereise Highlights aus der Biotechnologie im Technologiepark Weinbergcampus in Halle kennenzulernen. Auf dem Programm stehen Besuche des Biozentrums, der Biosolutions Halle GmbH, der ECH Elektrochemie Halle GmbH und der Icon Genetics GmbH. Letzteres Unternehmen sorgte international für Aufsehen als Technologiezulieferer für die US-Firma Mapp Biopharmaceutical. Sie hatte in Tabakpflanzen einen experimentellen Antikörper gegen Ebola hergestellt, der während der verheerenden Epidemie im Jahr 2014 zum Hoffnungsträger avancierte.

Das vollständige Programm ist unter www.fachtag-wissenschaftskommunikation.de verfügbar. Anmeldungen sind bis 13. April 2018 unter www.fachtag-wissenschaftskommunikation.de/#registration möglich. Die Teilnahmegebühr beträgt 59 Euro, für Nachwuchswissenschaftler und Studierende ist die Teilnahme kostenfrei.

Der Fachtag Wissenschaftskommunikation wird ausgerichtet von science2public® – Gesellschaft für Wissenschaftskommunikation e.V., dem Landesverband Sachsen-Anhalt/Thüringen der Deutschen Public Relations Gesellschaft e.V. (DPRG), der Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt, dem Lehrstuhl Mikrostrukturbasiertes Materialdesign der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, dem Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS, dem weinberg campus e.V. und der univations GmbH.