GreenHydroChem Mitteldeutschland wird gefördert

18.7.2019

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat heute in Berlin das »GreenHydroChem Mitteldeutschland« als einen der Gewinner im Ideenwettbewerb »Reallabore der Energiewende« des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) ausgewählt. Das mit über 100 Megawatt weltweit größte Elektrolyse-Anlage-Projekt zur Erzeugung von Grünem Wasserstoff wurde von den Partnern Siemens AG, Linde Aktiengesellschaft und dem Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS geplant und geht nun in die Konkretisierungsphase über.

GreenHydroChem wasserstoff Leuna
© BMWi
20 Reallabore waren im Ideenwettbewerb erfolgreich.

»Gemeinsam mit unseren Partnern werden wir die Erzeugung und Speicherung von Grünem Wasserstoff sowie dessen Anwendung in verschiedenen Nutzungspfaden im Rahmen der Sektorkopplung demonstrieren«, erklärt Florian Bergen, Projektverantwortlicher bei Siemens und Gesamtkoordinator des Reallabors GreenHydroChem. »Damit versorgen wir die Region ‚Mitteldeutsches Chemiedreieck‘ erstmals im industriellen Maßstab mit Grünem Wasserstoff.« Die Nutzung Erneuerbarer Energien aus Wind und Sonne zur Erzeugung von umweltfreundlichem Wasserstoff beziehungsweise seine weitere Veredelung zu CO2-neutralen chemischen Grundstoffen oder Kraftstoffen (e-Fuels) werden wesentlich zur CO2-Reduktion im Mobilitäts- und Chemiesektor beitragen.

Der Grüne Wasserstoff reduziert die anfallenden Treibhausgas-Emissionen um bis zu 91 Prozent. Das Reallabor GreenHydroChem wird somit in den industriellen Wertschöpfungsketten einen wichtigen Beitrag zur Energiewende sowie zur Weiterentwicklung der Wirtschaftsregion Mitteldeutschland leisten. GreenHydroChem Mitteldeutschland soll bis 2024 in Leuna realisiert werden. 

»Mit diesem Schritt bringen wir eine innovative Technologie aus Deutschland in die industrielle Skalierung, an der schon heute vor allem Regionen mit hoher installierter Wind- und Photovoltaikleistung starkes Interesse zeigen«, erklärt Armin Schnettler, Leiter der Konzernforschung Energie, Siemens Corporate Technology. »So kann sich Deutschland nicht nur als weltweiter Vorreiter beim Thema Energiewende positionieren, sondern auch dem Ruf unseres Landes als führende Exportnation neue Impulse verleihen.« 

Erst am Montag haben die Siemens AG und die Fraunhofer-Gesellschaft gemeinsam mit dem Freistaat Sachsen den Bau eines Wasserstoff-Innovationszentrums in Görlitz beschlossen. »Die dort gewonnenen Erkenntnisse sollen direkt in das Reallabor einfließen. Damit wird noch deutlicher, welch herausragendes Potenzial Wasserstoff und Power-to-X haben, um die Sektorkopplung umzusetzen und mit innovativen Technologien die Gestaltung des Strukturwandels zu meistern«, sagt Ralf B. Wehrspohn, Leiter des Fraunhofer IMWS und künftiger Vorstand der Fraunhofer-Gesellschaft für Technologiemarketing und Geschäftsmodelle.