Verbesserte Wundheilung: Fraunhofer IMWS gewinnt IQ Innovationspreis Halle

© Fraunhofer IMWS
Tobias Hedtke, Dr. Christian Schmelzer und Dr. Marco Götze wurden mit dem IQ Innovationspreis Halle ausgezeichnet.
Schwamm als Wundauflage
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Elastinbasierte Proteinschwämme imitieren die Eigenschaften der Haut und sind durch ihr hohes Quellvermögen sehr gut für die Behandlung tiefer Wunden geeignet.
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Das Team von matriheal freut sich über den Gewinn des IQ Innovationspreises Halle 2021.

Mit ihrer innovativen Lösung zur Verarbeitung von natürlichem Elastin zu Wundauflagematerialien haben Dr. Christian Schmelzer, Tobias Hedtke und Dr. Marco Götze vom Fraunhofer Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS den IQ Innovationspreis der Stadt Halle (Saale) gewonnen.


»Über die Auszeichnung freue ich mich gemeinsam mit meinen Kollegen sehr. Das erfolgreiche Abschneiden beweist, dass die Jury die Potenziale unserer innovativen Wundauflagen erkannt hat, mit denen wir neue Lösungen für chronische und schlecht heilende Wunden anbieten können«, sagt Dr.-Ing. Marco Götze, Teammitglied von »matriheal« und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fraunhofer IMWS. Durch die demografische Entwicklung werde bis zum Ende des Jahrzehnts weltweit von einer Verdoppelung der Patientenzahlen ausgegangen. Demnach steige auch die Nachfrage nach Produkten für die Wundversorgung. »Insbesondere großflächige und tiefe Wunden stellen eine Herausforderung für die medizinische Versorgung dar, der wir mit unseren Wundauflagen begegnen können«, sagt Götze.

Das Team von »matriheal« wandelt natürliches Elastin, das kosteneffizient aus Nebenerzeugnissen der Lebensmittelindustrie gewonnen wird und in seiner Rohform nicht verarbeitbar ist, in ein wasserlösliches Derivat um, was wiederum zu resorbierbaren Wundauflagematerialien in Form von Nanofaservliesen und Proteinschwämmen verarbeitet wird. Nanofaservliese, hergestellt mittels Elektrospinnen, besitzen eine für Zellen besonders attraktive Mikrostruktur. Sie sind deshalb zur Behandlung großflächiger Wunden wie Brandwunden besonders geeignet. Elastinbasierte Proteinschwämme haben ein hohes Quellvermögen und können größere Gewebedefekte auffüllen. Daher sind diese Materialien für die Behandlung tiefer Wunden geeignet. Die entwickelten Materialien imitieren die mechanischen und biochemischen Eigenschaften der Haut durch die Kombination von natürlichen, biologisch abbaubaren Bestandteilen mittels sehr gut skalierbarer Herstellungsverfahren. Die beteiligten Wissenschaftler planen gerade die Gründung eines Unternehmens, das die neuen Materialien auf den Markt bringen soll.

»Das Team um Tobias Hedtke ermöglicht mit seiner Innovation in Zukunft eine bessere Behandlung chronischer und komplexer Wunden. Aus diesem Grund sind wir sehr stolz, hier in unserer Stadt eine solche herausragende Forschungsleistung zu beheimaten. Wir sind überzeugt davon, dass diese hallesche Innovation künftig eine wichtige Ergänzung bei der medizinischen Versorgung leisten kann und damit das Leben von vielen Menschen verbessern wird«, sagt Egbert Geier, Bürgermeister der Stadt Halle (Saale).

Der mit 5000 Euro dotierte IQ Innovationspreis Halle wird als Wissenschaftspreis von der Stadt Halle (Saale), der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und der Technologie- und Gründerzentrum Halle GmbH vergeben. Der Wettbewerb wird innerhalb der Dachmarke des IQ Innovationspreis Mitteldeutschland durch die Europäische Metropolregion Mitteldeutschland umgesetzt.

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