In einer Vergleichsstudie haben Fraunhofer IMWS, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg additive Fertigungsverfahren mit PA12 und PLA untersucht. Aus Inline-Messungen (WAXS, DSC, FSC, DMA) und Simulationen lassen sich dabei Kriterien für eine homogene teilkristalline Struktur ableiten, was eine gezielte Prozessoptimierung ermöglicht.
Additive Fertigung (AM) eröffnet vielfältige Möglichkeit für die Industrie in unterschiedlichen Branchen. Einige Vorteile der AM sind eine dezentralisierte Produktion, hoher Freiheitsgrad bei komplexem Formdesign, beschleunigte Produktentwicklung oder individualisierte Bauteilmengen. Fused Filament Fabrication (FFF), auch bekannt als Fused Deposition Modeling (FDM), zählt zu den wichtigsten AM-Fertigungsmethoden. Hierbei wird ein thermoplastisches Polymer- oder Metallfilament durch eine beheizte Düse auf einem Druckbett abgelegt, Schicht für Schicht.
Während des Prozesses wird Hitze zyklisch auf das bereits gedruckte Bauteil eingebracht, durch das Ablegen von geschmolzenem Filament. Aufgrund der schlechten Wärmeleitfähigkeit von Kunststoffen führt das zu heterogenen Temperaturprofilen über das gesamte Bauteilvolumen. Zudem wirken Scherkräfte, die durch die Extrusion in der Düse und während des Platzierens des geschmolzenen Filaments auf der Bauteiloberfläche eingebracht werden, auf das Extrudat. Diese Prozessfaktoren und eine Vielzahl an Maschinenparametern beeinflussen die interne teilkristalline Struktur des fertigen Bauteils. Dies kann erhebliche Auswirkungen beispielsweise auf die mechanische Belastbarkeit oder die Geometrietreue haben. Daher ist es wichtig, die zu druckenden Materialien in Bezug auf Kristallstruktur, Kristallisations- und Relaxationszeiten zu charakterisieren, um hochwertige FFF-Bauteile mit homogenen Materialeigenschaften herzustellen.