»Wir nehmen gezielt neue Themen in den Blick«
Das Geschäftsfeld »Photovoltaik« am Fraunhofer IMWS widmet sich der Entwicklung zuverlässiger, effizienter und nachhaltiger Solarzellen und -module. Schwerpunkte sind die Optimierung von Silizium-Prozesstechnologien, die Modulintegration sowie Diagnosetechniken zur Erhöhung der Lebensdauer. Das Team ermöglicht innovative Anwendungen wie den Einsatz nachhaltiger Materialien, intelligente PV-Systeme und digitale Prozessoptimierung.
Was waren aus Ihrer Sicht Erfolgsgeschichten des vergangenen Jahres, die den konkreten Nutzen Ihrer Forschungsarbeit für Kundinnen und Kunden verdeutlichen?
Für die PV-Branche war 2025 ein sehr herausforderndes Jahr, das wirkt sich auch auf unser Geschäftsfeld aus. Wir haben darauf reagiert, indem seit Oktober Klemens Ilse in der Leitung des Geschäftsfelds an meiner Seite ist. So können wir uns gezielter und mit weiteren Kapazitäten der strategischen Weiterentwicklung widmen, die notwendig ist, um uns für die veränderten Marktbedingungen gut aufzustellen.
Mich freut sehr, wie viel Anerkennung wir 2025 für unsere Kompetenzen erhalten haben. Um zwei konkrete Beispiele zu nennen: Für das Planungstool, das wir für die Landesenergieagentur Sachsen-Anhalt entwickelt haben, gab es viel öffentliche Sichtbarkeit. Hier unterstützen wir mit unserem Know-how ganz unmittelbar die regionale Energiewende. Mit AESOLAR entwickeln wir ein Modul, das speziell die Herausforderungen von Teilverschattung berücksichtigt und somit einen höheren Energieertrag sowie eine höhere Zuverlässigkeit verspricht. Das zeigt, wie innovative Industriepartner von unserem Material- und Technologieverständnis profitieren können.
In welchen Bereichen suchen Sie Kooperationspartner und Auftraggeber? Wie arbeiten Sie mit ihnen zusammen, um Mehrwert zu schaffen?
Unsere Kernkompetenz ist die Fehlerdiagnostik und Zuverlässigkeitsanalyse. Neben der Charakterisierung von Materialien der Photovoltaik nutzen wir diese Kompetenzen für vielfältige Fragestellungen im Energiesystem, etwa auch für Wasserstoffanwendungen und Speicherlösungen. Eine immer wichtigere Rolle spielen digitale Ansätze, insbesondere als Unterstützung im Downstream-Bereich des Photovoltaikmarkts: Wir verfügen über einen erheblichen Schatz an Daten, den wir beispielsweise für Lebensdauer- und Umweltsimulation nutzen können. Natürlich zeichnet uns auch die umfassende, hochkarätige Ausstattung aus.
Durch diese Bandbreite an methodischer Kompetenz können wir nicht nur Belastungstests oder Performanceanalysen durchführen, sondern durch begleitende High-End-Messungen und Post-Mortem-Analysen die tatsächlichen Ausfallmechanismen aufklären. Unsere Auftraggeber erhalten also nicht bloß Messdaten, sondern profunde Berichte, aus denen sich konkrete Maßnahmen ableiten lassen. Das gilt für große internationale Unternehmen ebenso wie für Startups aus der Region.
Welche Entwicklungen stehen an, um das Angebot des Geschäftsfelds in Zukunft weiterzuentwickeln?
Wir haben uns als kompetenter Partner für die Materialcharakterisierung in der Photovoltaik etabliert, auch unser Portfolio zur Leistungsmessung und Ertragsanalyse ist sehr anerkannt. Damit wollen wir unsere Auftraggeber weiter effizient und flexibel unterstützen und zugleich noch leistungsfähiger werden, etwa im Bereich der Multiskalendiagnostik oder der Charakterisierung von Polymeren im PV-Einsatz. Zusätzlich haben wir neue Felder im Blick, in denen wir mit unseren Kompetenzen wichtige Beiträge leisten können – vor allem im Bereich der Qualitätssicherung für die Energiewende, auch verstärkt im Wasserstoff- und Energiebereich. Die Analyse von Bauteilen sowie die komplexe Systemqualifizierung für harsche Bedingungen werden uns künftig ebenfalls stärker beschäftigen.