Von der Schulbank ins Forschungslabor: Insgesamt zwölf Schülerinnen und Schüler hallescher Schulen hatten am Donnerstag, 27. April 2017 die Möglichkeit, am Fraunhofer IMWS die Welt der Wissenschaft zu erkunden. Beim »Zukunftstag für Jungen und Mädchen« konnten sie die Arbeit im Labor kennenlernen, sich als Detektive in der Autoindustrie versuchen oder Prüfvorrichtungen für Versuche bauen.
»Der Zukunftstag bietet nicht nur Schülerinnen und Schüler Einblicke in die Arbeit der MINT-Berufe, sondern ist gleichzeitig auch eine wunderbare Möglichkeit, junge Talente zu fördern. Wir zeigen an unserem Institut, wie viel Spaß wissenschaftliche oder wissenschaftsrelevante Tätigkeit machen kann und wie wichtig unsere Arbeitsergebnisse für den Alltag sind. Schülerinnen und Schüler erhalten einen Eindruck, wie vielfältig die Arbeit in der Forschung sein kann und können gleichzeitig ihre Fähigkeiten in einem spannenden Umfeld stärken«, sagte Constanze Pälecke, Leiterin Personal am Fraunhofer IMWS, die den Zukunftstag zusammen mit einem engagierten Team aus Personalern, Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftlern und weiteren Mitarbeitern organisiert hat.
Die Schüler der Klassenstufen sieben bis neun hatten sich für den Zukunftstag am IMWS beworben und je nach Interessenlage passende Stationen ausgewählt, an denen sie mithilfe von Mitarbeitern des Instituts spannende Arbeitseinblicke erhielten. Beispielsweise konnten sie sich als Detektive für die Automobilindustrie ausprobieren: Mit dem Lichtmikroskop untersuchten sie einen defekten Computerchip, um herauszufinden, warum der Airbag im Auto nicht funktioniert. Dafür war es nötig, die Proben genau zu präparieren und unter verschiedenen Mikroskopen zu analysieren.
Auch in der chemischen Analytik versuchten sich die Schülerinnen und Schüler im Labor: Interessierte der Fachbereiche Chemie, Biotechnologie und Materialtechnik haben unter anderem den Gehalt von organischem Kohlenstoff auf Waferoberflächen ermittelt. Außerdem beschäftigten sich die Teilnehmer mit den auf Partys und Sportevents beliebten Knicklichtern: Was genau bringt sie zum Leuchten? Gemeinsam mit Wissenschaftlern des Fraunhofer IMWS führten die Schüler chemische Reaktionen herbei, sodass nicht nur die Chemikalien, sondern auch die Augen der Teilnehmer zum Leuchten gebracht wurden.
Das Einfrieren von Materialien mit flüssigem Stickstoff und die dabei entstehenden Eigenschaftsveränderungen wurden ebenfalls im Labor untersucht. Die physikalische und chemische Vielfalt der Solarzellenherstellung lernten die angehenden Nachwuchswissenschaftler ebenso kennen.
Des Weiteren hatten sie die Möglichkeit, sich als biotechnische Laborassistenten auszuprobieren: Dabei erfuhren die Teilnehmer beispielsweise, was ein Nährboden für Bakterien beinhalten muss, wie sich Fette im Essen nachweisen lassen oder wie man aus Maisstärke und Glycerin eine biologisch abbaubare Verpackung herstellen kann.
Weitere spannende Aufgaben warteten im Bereich der Technischen Dienste in der Werkstatt der Feinwerkmechanik auf die jungen Gäste. Eine besondere Herausforderung war es, eine Prüfvorrichtung für Laborversuche herzustellen. Dabei war das handwerkliche Geschick der Schülerinnen und Schüler gefragt Sie versuchten sich im Fräsen, Sägen und Bohren, um ein abgebrochenes Gewinde zu reparieren und bearbeiteten ein Werkstück an einer CNC-Maschine.
Am Ende des Zukunftstages wurden die Mädchen und Jungen mit Teilnehmerzertifikaten und vielen spannenden Eindrücken aus der Welt der angewandten Wissenschaft belohnt. Bereits zum zehnten Mal fand der Zukunftstag, der aus dem Girl‘s Day hervorgegangen ist, am Fraunhofer IMWS statt. Die 2001 gestartete, bundesweite Initiative soll Schüler und insbesondere Schülerinnen an Ausbildungsberufe und Studiengänge in den Bereichen IT, Handwerk, Naturwissenschaften und Technik heranführen. Dazu öffnen Unternehmen, Betriebe und Hochschulen in ganz Deutschland ihre Türen. Auch 2018 wird das IMWS einen Zukunftstag gestalten, der am 26. April 2018 stattfindet. Anmeldungen sind ab dem 1. Januar 2018 unter personal@imws.fraunhofer.de möglich.