Hendrik Wüst, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, hat das Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS besucht. Im Rahmen einer Reise mit mehreren Stationen in Halle (Saale) informierte er sich über die Forschungsthemen des Instituts.
Priv.-Doz. Dr. Christian Schmelzer, kommissarischer Institutsleiter des Fraunhofer IMWS, begrüßte den Ministerpräsidenten und stellte ihm die Kompetenzen der Forschungseinrichtung vor. »Die Stärke des Fraunhofer IMWS liegt nicht in einer einzelnen Branche sondern in unserer methodischen Kompetenz: Wir verstehen, wie die Mikrostruktur von Materialien ihre Eigenschaften, ihre Zuverlässigkeit und ihre Leistungsfähigkeit bestimmt – und können sie gezielt gestalten. Dieses Know-how wirkt quer durch viele Schlüsselindustrien. Deshalb findet sich Expertise aus unserem Institut heute in ganz unterschiedlichen Anwendungen – von Autos und Smartphones bis hin zu Produkten des täglichen Lebens wie Zahnpasta. Den Besuch von Ministerpräsident Wüst sehe ich auch als Anerkennung dieser Arbeit und als wertvolle Gelegenheit, über die Rolle angewandter Forschung für Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und den Strukturwandel ins Gespräch zu kommen«, sagte Schmelzer.
Bei einer Laborführung machten die stellvertretenden Institutsleiter Prof. Dr. Thomas Höche und Frank Altmann diese Forschungsarbeit an konkreten Beispielen anschaulich. Höche stellte das gemeinsam mit 3D Micromac entwickelte Gerät microPREPTM zur laserbasierten Probenpräparation vor. Die Anlage bietet einzigartige Möglichkeiten zur schnellen und präzisen Bearbeitung von Materialproben, die etwa als Vorbereitung für die Untersuchung mittels Transmissionselektronenmikroskopie notwendig ist.
Altmann erläuterte die Rolle des Fraunhofer IMWS innerhalb der Forschungsfabrik Mikroelektronik Deutschland und in der EU-Pilotlinie »Advanced Packaging and Heterogeneous Integration for Electronic Components and Systems (APECS)«, wo das Forschungsteam aus Halle (Saale) ebenfalls seine Kompetenzen in Materialcharakterisierung, Testmethoden und Zuverlässigkeitsbewertungen einbringt. Er präsentierte im Labor die Möglichkeiten von Lock-In-Thermographie und akustischer Mikroskopie für die Defektdiagnostik in der Mikroelektronik.
In einem anschließenden Hintergrundgespräch tauschten sich der Ministerpräsident und die Fraunhofer-Institutsleitung zu Erfahrungswerten bei der Gestaltung des Strukturwandels, Optimierungsmöglichkeiten für einen erfolgreichen Forschungstransfer und passende Rahmenbedingungen für die Fachkräftegewinnung aus.
(2. September 2026)