Für zahlreiche Anwendungen in der Automobil-, Luftfahrt- und Bauindustrie sind zuverlässige Klebeverbindungen essenziell. Um die Qualität und Langzeitbeständigkeit solcher Verbindungen sicherzustellen, führen wir am Fraunhofer IMWS spezialisierte Peel-Versuche durch – darunter auch den Raupen-Peel-Versuch, der eine besonders praxisnahe Bewertung ermöglicht.
Was ist der Raupen-Peel-Versuch?
Der Raupen-Peel-Test ist ein mechanischer Prüfversuch, bei dem die Haftung eines Klebstoffs auf einem bestimmten Substrat – z. B. lackiertem Blech, Glas oder Kunststoff – durch manuelles Abziehen einer aufgetragenen Klebstoffraupe beurteilt wird. Der Raupen-Peel-Test ist nicht durch eine internationale Norm wie DIN, ISO oder ASTM standardisiert, sondern orientiert sich an industriellen Anforderungen und internen Werksnormen. Prüfungen können auf Wunsch nach unternehmensspezifischen Vorgaben oder in Anlehnung an bestehende Normverfahren durchgeführt werden.
Die Klebstoffraupe wird dabei in einer definierten Geometrie (z. B. Dreiecksform) auf das Prüfsubstrat aufgetragen, ausgehärtet und anschließend mit einem konstanten Winkel und gleichmäßigem Zug abgeschält. Die Beurteilung erfolgt anhand des Bruchbilds (kohäsiv, adhäsiv, Mischbruch), wodurch die Qualität der Haftung zwischen Klebstoff und Untergrund präzise analysiert werden kann.
Unsere Vorteile für Sie
Praxisnahe Bewertung: Der Versuch simuliert reale Belastungen, z. B. beim Kleben von Fahrzeugscheiben oder Karosserieteilen.
Vielseitige Materialien: Wir prüfen auf lackierten Blechen, Kunststoffen, Glas, Glaskeramik, CFK, Aluminium und mehr – auch mit verschiedenen Vorbehandlungen (z. B. Primer, Plasma).
Normkonform und flexibel: Durchführung angepasst an Ihre individuellen Anforderungen, z. B. für Freigabeprüfungen oder Schadensanalysen.
Direkte Anwendbarkeit: Unsere Ergebnisse unterstützen Ihre Materialfreigaben, Qualitätssicherungsprozesse und Produktentwicklungen.
Klimatische Beanspruchung – realitätsnah geprüft
Zur Bewertung der Alterungsbeständigkeit bieten wir zusätzlich an:
- Kondenswasserlagerung (nach DIN EN ISO 6270-2) – simuliert langanhaltende Feuchtebelastung bei 40 °C und 100 % r. F.
- Klimawechseltest – zyklische Temperatur- und Feuchtewechsel zur Beurteilung der Robustheit unter realen Umweltbedingungen
Diese Klimavorbehandlungen werden gezielt vor dem Peel-Test durchgeführt, um Haftfestigkeit und Bruchverhalten unter Belastung vergleichbar und praxisnah zu bewerten.
Anwendungsbeispiele
- Bewertung der Haftung von kalthärtenden, elastischen Klebstoffen im Karosseriebau
- Prüfung von Reparaturklebungen unter Klimaeinfluss (Kondenswasserlagerung etc.)
- Klebstoffentwicklung und -optimierung für Serien- oder Sonderanwendungen