Hightech-Glas mit Fingerabdruck

Einsatzgebiet Spezialglas Markierung Industrie
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In der Medizin und Chemieindustrie wird Glas etwa für Laborgefäße eingesetzt.

Touchscreen Spezialglas Einsatzgebiet
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Moderne Gläser sind beispielsweise für berührungsempfindliche Bildschirme wichtig.

© HEGLA boraident

Glas ist ein Hightech-Produkt. Es wird längst nicht nur für Alltagsgegenstände wie Fenster oder Getränkeflaschen eingesetzt. Moderne Gläser spielen eine wichtige Rolle in der Bauwirtschaft, Medizin und Chemieindustrie, sie werden zu berührungsempfindlichen Oberflächen von Handys oder filigranen optischen Linsen verarbeitet. Weil Glas nicht gleich Glas ist, spielt die Kennzeichnung verschiedener Gläser eine wichtige Rolle. Gemeinsam mit der boraident GmbH arbeitet das Fraunhofer IMWS hier an neuen Lösungen.

Die boraident GmbH in Halle (Saale) entwickelt Produkte für kundenspezifische Anwendungen auf Glas und anderen transparenten Medien. Einer der Schwerpunkte des mittelständischen Unternehmens sind Lasermarkierungen. In einem bis 30. September 2018 laufenden Projekt möchte das Fraunhofer IMWS gemeinsam mit HEGLA boraident eine neue Technologie zur Kennzeichnung von Glasoberflächen entwickeln.

Solche Markierungen sind beispielsweise geeignet, die Marke des Glasherstellers auf dem Produkt zu platzieren oder die Fälschungssicherheit zu erhöhen. Eine wichtige Rolle spielt die Kennzeichnung im Herstellungsprozess: Mittels Text, Ziffern, Logos, Barcodes oder QR-Codes lässt sich zu jedem Zeitpunkt der Produktion erkennen, welches Glas sich an welcher Position oder in welchem Verarbeitungsschritt befindet. Durch die Markierung bekommt jedes Glas sozusagen einen unverkennbaren, individuellen Fingerabdruck.

Die Markierung kann auf der Oberfläche oder auch im Inneren des Glases angebracht werden. Weil sich Glas als sehr glattes und nichtsaugendes Material kaum zum Bedrucken eignet, werden dabei andere Lösungen eingesetzt, die zudem sicherstellen müssen, dass das Glas durch die Kennzeichnung nicht beschädigt wird. Die Projektpartner wollen dafür innovative Lösungen entwickeln. Angestrebt wird eine optimierte Sichtbarkeit und hohe Langzeitstabilität der Markierung, zudem soll der »Fingerabdruck« maschinell auslesbar sein. Zu diesem Zweck werden sowohl die aufgebrachten Markierungen als auch die Grenzfläche zum Substrat mikrostrukturdiagnostisch untersucht.