Damit der trockene Mund nicht zur Plage wird

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© Fraunhofer IMWS

Bei chronisch trockenem Mund können Zähne und Zahnfleisch Schaden nehmen.

Ein trockener Mund ist nicht nur unangenehm, sondern auch gefährlich für die Gesundheit: Die Betroffenen empfinden Brennen und Schmerzen, was mit Geschmacks-, Ess- und Schlafstörungen sowie Mundgeruch einhergehen kann. Zudem können sich Mundschleimhaut, Zahnfleisch und Zunge entzünden. Die Skinomics GmbH und Forscher das Fraunhofer IMWS suchen gemeinsam nach Lösungen zur Prophylaxe und Therapie von Mundtrockenheit.

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© MEV-Verlag

Vor allem ältere Menschen sind von einem dauerhaft trockenen Mund betroffen.

Wird der trockene Mund chronisch, verkümmern die betroffenen Schleimhäute, die Mundflora gerät aus dem Gleichgewicht und nicht zuletzt nehmen die Zähne Schaden: Die natürlicherweise stattfindende Wiedereinlagerung von Mineralien in die Zahnhartsubstanz und die Reparatur von kleinsten Schäden im Zahnschmelz funktioniert nicht mehr richtig, es kommt zu Karies bis hin zum Zahnverlust.

Vor allem ältere Menschen sind diesem Risiko ausgesetzt. Etwa ein Drittel aller über 65-Jährigen in Deutschland bildet Speichel nicht in der ausreichenden Menge oder richtigen Zusammensetzung. Das ist deshalb problematisch, weil Speichel für die Mundgesundheit eine zentrale Funktion hat: Er besteht zu mehr als 95 Prozent aus Wasser, aber auch wichtige Mineralien, Hormone und antimikrobielle Inhaltsstoffe sind darin gelöst. Zwar reduziert der Körper mit steigendem Alter nicht von selbst die Speichelproduktion. Wenn aber beispielsweise mehrere Medikamente zugleich eingenommen werden, wie es bei älteren Menschen häufig der Fall ist, kann ein trockener Mund als Nebenwirkung die Folge sein. Auch alterstypische Krankheiten wie Diabetes mellitus beeinträchtigen die Speichelbildung, ebenso wie Rauchen oder Koffein.

Skinomics arbeitet an einem Gel, das eine innovative Kombination von Wirksubstanzen mit hoher Wasserbindungskapazität und Stabilität verbinden soll. Die Basis sind wasserbindende Aminosäuren sowie wasserbindende pflanzliche Extrakte. Damit die Wirksubstanzen gut an und in die Mundschleimhaut gelangen, wird dieses Gemisch mit verschiedenen Mikroemulsionen kombiniert, die eine »Transporter-Funktion« für die Wirkstoffe übernehmen. Am Fraunhofer IMWS wird das Verhalten des Gels dann getestet.

Eine besondere Herausforderung bei der Entwicklung ist eine ausreichende Verweildauer dieses Gemisches im Mundbereich. Auch die Wirksamkeit von anorganischen Inhaltsstoffen auf die Remineralisierung des Zahnschmelzes, die Verträglichkeit der eingesetzten Stoffe und viele weitere Fragen werden im Laufe des bis 2018 laufenden Projekts untersucht. Angestrebt wird, dass die Ergebnisse als eine Plattformlösung genutzt werden können, die auch für weitere Anwendungsformen und -indikationen geeignet ist.