Interview mit Dominik Lausch über seine neueste Innovation und die daraufhin gegründete DENKweit GmbH

07. Januar 2020

»Digitalisierung ist der Schlüssel zur Zukunft!« Am Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS in Halle (Saale) haben Dr. Dominik Lausch und sein Team eine innovative Technologie entwickelt, die moderne Sensorik und Neuronale Netze verbindet. Darauf basierend hat er mit Kollegen die DENKweit GmbH gegründet. Im Interview erklärt er die Idee hinter der Innovation – die denkbar einfach ist.

Mann steht in einem Labor in der Tür
© Fraunhofer
Dr. rer. nat. Dominik Lausch war Teamleiter am Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS in Halle (Saale) und ist heute Geschäftsführer der DENKweit GmbH. Die Fraunhofer-Ausgründung bietet eine effiziente Qualitätskontrolle in der Produktion von Batteriezellen, Solarmodulen oder Leistungselektronik an. Die Technologie ist unter anderem mit dem Hugo-Junkers-Preis und dem IQ Innovationspreis Mitteldeutschland ausgezeichnet worden.

Sie sind Geschäftsführer der DENKweit GmbH, einer Fraunhofer-Ausgründung. Was bedeutet Ihnen Ihre Arbeit für die Fraunhofer-Gesellschaft heute?

Bei Fraunhofer zu arbeiten ist vielfältig. Fraunhofer bietet attraktive Programme und damit einmalige Möglichkeiten: Ich hatte mich beim Fraunhofer INNOVATOR-Programm beworben. Eine Ausgründung war mein erklärtes Ziel. Mit dem Fokus auf klare Antworten und einfache Anwendung geben wir bei DENKweit gerade richtig Gas!

Dafür spricht auch die Tatsache, dass Ihr Unternehmen 2019 mit dem IQ Innovationspreis Mitteldeutschland ausgezeichnet wurde.

Unsere Technologie ermöglicht schon im Produktionsprozess eine leistungsfähige Qualitätskontrolle von Batteriezellen für Elektroautos. Sie können zerstörungsfrei, kontaktlos und in Echtzeit auf Anomalien untersucht werden.

Wie geht das?

Der Stromfluss in einer Batterie erzeugt ein Magnetfeld und damit einen magnetischen Fingerabdruck. Elektrische Defekte verändern dieses Magnetfeld. So können wir mit unseren Messdaten auf diese Veränderungen, also die Defekte, rückschließen. Da wir auch einzelne Batteriezellen untersuchen können, gehen wir damit ein aktuelles Problem der E-Mobilität an. Bisher musste beim Verdacht auf einen Defekt das ganze Modul ausgebaut und im Labor analysiert werden. Unser Verfahren lässt sich aber auch auf andere elektronische Komponenten wie beispielsweise Solarmodule übertragen.

Ihr Versprechen: revolutionäre Technologien und mehr Wirtschaftlichkeit in Zukunftsmärkten. Dazu gehört auch die Photovoltaik. Welche Vorstellung haben Sie als Wissenschaftler und Gründer von der Zukunft?

Die Photovoltaik ist ein wichtiger Baustein unserer Energiezukunft. Wir brauchen alternative Energielieferanten. Ich glaube aber, dass es die Politik in Europa verschlafen hat, die richtigen Weichen zu stellen: Viele Leute verstehen die Zukunft nicht. Dabei ist das Verständnis dafür, dass Digitalisierung der Schlüssel ist, absolut essenziell.